Wie entsteht eine Amalgamvergiftung

Wie entsteht eine Amalgamvergiftung und welche Schäden bewirkt sie im Körper?

Amalgam ist eine Mischung von flüssigem Quecksilber (ca. 50% Anteil) mit einem Legierungspulver (ca. 50% Anteil), wobei dieses Pulver wiederum aus verschiedenen Metallen besteht, welches etwa: 3% Quecksilber, ca. 16% Zinn (in alten Plomben bis zu 30%), ca. 12% Kupfer und ca. 20% Silber sowie kleine Beimischungen von Nickel, Cadmium u.a. Metallen enthält. Bei den neueren Non-gamma-2-Legierungen enthält das Legierungspulver 1,5% Quecksilber, d.h. die Gesamtlegierung dann 51,5% Quecksilber.

Durchschnittlich haben Bundesbürger etwa 12 Amalgamplomben im Mund; das entspricht, je nach dem Volumen der Plomben, ca. 3 - 4 Gramm reinem Quecksilber. Würde man einem Menschen nur 1 Gramm reines Quecksilber einspritzen, wäre dies schon eine tödliche Menge. Wir vertragen die größere Menge nur, weil sie zunächst im Metallgemisch gebunden ist und nur sehr langsam aus den Plomben in den Körper abgegeben wird, ein gesunder Körper auch einen Teil davon nicht aufnimmt, sondern ausscheidet. Unser Mund ist ein Labor, in dem mechanische, chemische und elektrolytische Prozesse ständig ablaufen. Der Speichel ist ein Elektrolyt, d.h. eine elektrisch leitende Flüssigkeit. Früher oder später werden alle Plomben durch Korrosion angegriffen, nach 10 Jahren sind dies ca. 80% aller Plomben. Durch die Korrosion werden Metallverbindungen aus den Plomben herausgelöst und können so unbehinderter in den Körper hineindiffundieren, hineinwandern. Verschiedene Legierungen im Mund (Amalgam-, Gold-, Palladiumplomben u.a.) nebeneinander verursachen noch höhere Mundströme und beschleunigen die Korrosionsvorgänge.

Im Durchschnitt nimmt ein Mensch mit 12 Amalgamplomben im Verlauf eines Jahres etwa 560 mg Quecksilber auf. Man errechnete und maß pro Tag eine Abgabe von Quecksilber von ca. 20 µg pro cm² Füllungsoberfläche. Nach 10 Jahren, wenn ein Großteil der Plomben korrodiert ist, ist etwa die Hälfte des Quecksilbers aus dem Amalgam verschwunden. Angenommen, man hatte ´nur´ 2 g Amalgam im Mund, davon ca. 1 g reines Quecksilber. Von diesem 1 g sind dann 0.5 g verdampft oder abgekaut worden in diesem Zeitraum.

Nicht nur das Quecksilber, sondern auch die anderen Amalgammetalle sind giftig: Silber und Kupfer sind toxisch, das Zinn ist ein sehr toxisches Zell- und Nervengift, dessen Auswirkungen auf den Körper in Verbindung mit Amalgam noch wenig erforscht sind. Eine Amalgamvergiftung ist eine Mischvergiftung, bei der sich die schädigenden Auswirkungen der Einzelmetalle im Körper gegenseitig verstärken. Das Hauptproblem ist jedoch die Quecksilbervergiftung, weil Quecksilber, ein leicht flüchtiges Metall, mengenmäßig dominant ist und schon bei 20°C verdampft. In der Mundhöhle herrschen manchmal Temperaturen von 40 - 60°C, was die Abdampfung erheblich vergrößert. Daher konzentrieren wir uns im folgenden auf das Hauptproblem Quecksilber, die toxischen Auswirkungen der anderen Metalle sollten dennoch nicht vergessen werden bei der Therapie der Vergiftung.

Auch Toxikologen haben ihre Regeln, z.B. die Habermann´sche Regel, die auch für Quecksilber gilt. Sie besagt, daß die Dosierung eines Gifts, multipliziert mit der Zeit, in der man diesem Gift ausgesetzt ist, eine Konstante ist. D.h. einfach gesagt, daß man mit kleinen, aber langfristigen Dosen von Quecksilber eine ebenso schwere Vergiftung erleiden kann wie bei kurzfristigen, hohen (akuten) Vergiftungen.

Quecksilber wird ständig aus den Plomben verdampft und freigesetzt, besonders stark beim Kauen und Trinken heißer Getränke. Es gelangt zu einem Teil in Form von beim Kauen abgeriebenen, kleinen Teilchen in den Speichel und von dort aus in Magen und Darm. Zum anderen Teil gelangt es in verdampfter Form in den Speichel und in die Nasen- und Mundhöhle und wird von dort aus in die Lungen eingeatmet. Über die Nasenhöhle kann es auch direkt ins Gehirn gelangen. Durch Diffusion gelangt das Quecksilber durch die Zahnwurzeln in die Kieferknochen, über die Zahnnerven in das zentrale Nervensystem (ZNS) und ins Gehirn (siehe Abb.1).

Solange das Quecksilber in seiner metallischen Form verbleibt, ist es ungefährlich für den Körper, es kann so nicht aufgenommen werden. Das metallische Quecksilber kann aber sehr schnell, innerhalb von Sekunden, durch Abgabe von Elektronen oxidieren, das Produkt nennt man Quecksilberionen. Diese sind sehr gefährlich, weil sie im Körper Verbindungen eingehen können. Im Blut dringt Quecksilber in die roten Blutkörperchen und wird dort oxidiert, im Blutplasma passiert das gleiche. Was im Blut noch nicht oxidiert wurde, kann mit dem Blut in alle Gewebe und Organe gelangen und dort oxidiert werden. Einerseits können also Quecksilberdämpfe und abgeriebene Teilchen im Körper in giftige Ionen umgewandelt werden, andererseits können sie mit Hilfe von vielen Bakterien und Pilzen, die wir im Körper haben, in sogenanntes Methylquecksilber, welches ebenfalls sehr giftig ist, umgewandelt werden. Dies passiert schon in der Mundhöhle oder auch später im Magen und Darm.

Verbindungen von Methylquecksilber können ihrerseits im Körper wieder aufgenommen werden, wobei wieder Quecksilberionen und außerdem hochgiftige, freie Methylradikale entstehen.

Radikale werden Stoffe genannt, die sich sehr leicht mit anderen organischen Substanzen verbinden und dadurch deren Funktion im Körper stören können.

Quecksilberionen verbinden sich im Körper besonders leicht mit Substanzen, welche Schwefel-Sulfur-hydryl - Verbindungen enthalten. Sie werden auch Thiol- (SH-) Verbindungen genannt, und solche enthält unser Körper haufenweise, in Form von verschiedenen Proteinen, Enzymen, Hormonen, Transmittersubstanzen u.a..

Unsere Körperproteine, von denen die meisten Thiolverbindungen enthalten, werden aus Aminosäuren aufgebaut. Aminosäuren mit Thiolverbindungen sind z.B. das Cystein, Cystin, Methionin und Taurin. Quecksilberionen können sozusagen huckepack mit den Thiolverbindungen bis in jede Körperzelle gelangen und dort die lebenswichtigen Proteinfunktionen stören. Sie können langfristig in Zellproteine eingelagert werden und immer weitere Schäden bewirken. Eine Körperzelle nimmt bestimmte Aminosäuren auf, wandelt sie um und lagert sie, um sie bei Bedarf zum Reparieren geschädigter Zellen oder zur Neubildung von Zellen durch Zellteilung zu benutzen. Die Steuerung aller Zellprozesse wird von den Proteinen der DNA - Moleküle geregelt. Da die Zellmembran aus Fettmolekülen und Proteinen aufgebaut ist, können Quecksilberionen, die an die Zellmembran gelangen, mit den dortigen Proteinen reagieren und die Zellmembran, welche die Zelle vor Schadstoffen schützen soll, so nachhaltig schädigen, daß die Schutzfunktion längerfristig herabgesetzt wird und Giftstoffe nunmehr in die Zelle eindringen können. Die Membranschädigung bewirkt weiterhin, daß eine größere Menge Kalziumionen in die Zelle eindringen kann, und mehr Magnesium- und Kalziumionen abgegeben werden. Diese Veränderung der Elektrolytbalance kann die Zellfunktionen so stören, daß bei größeren Schäden die Zelle abstirbt. Sind Quecksilberionen erst einmal in den Zellkern gelangt, können sie dort gewisse Atome aus dem DNA - Molekülverbund verdrängen und sich statt dessen einlagern. Dann ist der Fortbestand der Zelle bedroht, es kann zu Zelltod oder Zellmutationen (z.B. Krebs) kommen.

Der Körper hat bestimmte Enzyme, mit deren Hilfe er sich vor den Angriffen durch freie Radikale (welche es immer in einem gewissen Maß im Körper gibt, sie werden z.B. bei der Verdauung in Verbindung mit Sauerstoff gebildet) schützt. Quecksilber kann auch diese Enzyme so schädigen, daß das Immunsystem des Körpers geschwächt wird und langfristige Immunsystemschäden entstehen.

Forscher fanden heraus, daß Quecksilberionen besonders dem Zellenzym Glutathion - Peroxid und dem Körperprotein Glutathion, aus welchem dieses Enzym aufgebaut ist, bei großer Sauerstoffzufuhr, schaden. Das Enzym enthält die drei Aminosäuren Cystein, Glycin und Glutaminsäure sowie pro Molekül 4 Atome Selen. Diesem Enzym kommt bei Quecksilbervergiftungen eine Schlüsselrolle zu, weil es sich in großen Mengen im ganzen Körper, ja in jeder Körperzelle, befindet. Es ist ein Enzym, welches Thiolverbindungen enthält, an welche sich Quecksilberionen leicht anbinden. Daher spielt es auch bei der Entgiftung des Körpers eine ganz zentrale Rolle.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Zellebene nun zu den Schadwirkungen des Quecksilbers in Organen und Geweben, die allerdings so zahlreich sind, daß hier nur eine Auswahl dargestellt werden kann. Das Quecksilber gelangt in den Körper:

  • und Nasenhöhle entlang von Nerven und Venen direkt ins Gehirn (siehe Abb. 2)
  • von der Mund-
  • über die Luftwege in die Lungen und von dort in den allgemeinen Blutkreislauf (siehe Abb. 3)
  • über den Speichel in den Magen- und Darmkanal und von dort aus weiter in die Leber und Galle (siehe Abb. 4)

Verteilt wird das Gift dann über die Lymphwege, die arterielle Blutzirkulation, die Nervenbahnen, das vertebrale venöse System im Gehirn und über das Gehirn- und Rückenmarksspinalwasser (cerebro-spinal). Die verschiedenen Organe im Körper funktionieren wie Blutfilter, die das proteingebundene Quecksilber zurückhalten und langsam ansammeln. Neben dem Gehirn und zentralen Nervensystem werden im Körper all jene Organe am stärksten betroffen, welche im Körper normalerweise für die Entgiftung zuständig sind, wie die Leber, die Galle, die Nieren, der Darm, das endokrine Drüsensystem. Da sowohl Quecksilber als auch Zinn starke Nervengifte sind, wird das gesamte zentrale Nervensystem, in schweren Vergiftungsfällen auch das periphere Nervensystem sowie das Gehirn geschädigt. (Das ZNS besteht aus den Nervensystemen des Gehirns und des Rückenmarks.) Quecksilber aus Amalgam kann über drei verschiedene Wege in das Gehirn und ZNS gelangen:

  1. der indirekte Weg über den Blutkreislauf. Im Gehirn befindet sich am Ende der feinen Kapillaren der Blutbahnen ein Filter, die Blut - Gehirn - Schranke. Diese Barriere soll das Gehirn vor schädlichen Stoffen schützen und regelt auch den Zufluß nötiger Versorgungsstoffe, den Stoffaustausch zwischen Gehirn und Blut. Forschungen wiesen nach, daß Quecksilber diese Schutzschranke überwinden und so schädigen kann, daß Giftstoffe in das Gehirn eindringen können.
  2. der direkte Weg über das klappenlose (cranio-vertebrale) venöse Blutsystem, eine Art Notblutversorgung des Gehirns. Dieses venöse System hat keine Klappen in den Venen, was bedeutet, daß das Blut in beide Richtungen fließen kann. Es bildet ein zusammenhängendes Netz innerhalb des Schädels und Rückrats. In seinem oberen Teil steht es direkt mit dem venösen System des Gehirns, des Gesichts, der Zähne und der Kieferknochen im Zusammenhang, im unteren Teil gibt es direkte Verbindungen zu den Geschlechtsorganen und zum kleinen Becken.
  3. der direkte Weg über die Geruchsnerven der Nasenhöhle und die Geschmacksnerven der Mundhöhle. Quecksilberdämpfe schlagen sich an den Schleimhäuten nieder, werden von den Nerven aufgenommen und ins Gehirn transportiert. Dort gelangen sie über den Hypothalamus in die Hypophyse und weiter.

Da die Zähne und das Gehirn nahe Nachbarn sind, sind besonders die beiden direkten Wege 2 und 3 sehr gefährlich, weil Quecksilber über diese Wege unter Umgehung sowohl der Blut - Gehirn - Schranke als auch unter Umgehung aller Entgiftungsmöglichkeiten, die der Körper z.B. in der Leber, Niere und im Darm hat, so ungefiltert direkt ins Gehirn gelangt. Erst seit man diese beiden Direktverbindungen herausfand, ist erklärlich geworden, warum besonders das Gehirn so geschädigt wird und erheblich höhere Quecksilberanreicherungen aufweist als andere Gebiete im Körper.

Im Gehirn verteilt sich das Gift dann entlang den venösen Blutbahnen und den zahlreichen Nervenverbindungen. Das Quecksilber verbindet sich mit den Proteinen im Gehirn und kann in dieser gebundenen Form das Gehirn nur noch schwer verlassen. Es hat dort eine Halbwertszeit von 18 - 27 Jahren, d.h. erst dann hat sich die Menge des Giftstoffs auf die Hälfte reduziert, falls man keine gezielte Entgiftung macht. Obduktionen ergaben, daß die Menge an Quecksilber im Gehirn, besonders in der Hypophyse, proportional zu der Menge an Zahnamalgam war, welches die Toten in den Zähnen hatten. Je mehr Amalgamplomben, desto größer war die Gehirnvergiftung, wobei man bei solchen Untersuchungen inzwischen sehr genau unterscheiden kann zwischen Quecksilber aus Amalgam und Quecksilber aus anderen Quellen, welches kaum im Gehirn gefunden wurde. Was man fand waren eindeutig Quecksilber - Amalgame.

Im Gehirn kann Quecksilber auch das gesamte limbische System schädigen, welches das Schlaf - Wach - Zentrum beinhaltet, für die Fixierung des Gedächtnisses zuständig ist sowie für die Verarbeitung von Emotionen. Das Gift schädigt in hohem Maße die Hypophyse und den Hypothalamus, die wichtigsten Regel- und Steuerzentren des Körpers.

Im Nervensystem verteilt sich das Gift entlang der Nervenbahnen, längs den spinalen Nerven in das Rückenmark und entlang den Trigeminusnerven in das Gehirn und Rückenmark. Zahlreiche Nervenkrankheiten, wie Multiple Sklerose oder Parkinsonsche Krankheit, können so ihren Ursprung in einer Amalgamvergiftung haben.

Toxische Gehirnschäden und Quecksilberanreicherungen im Gehirn sind bisher am lebenden Menschen schwer nachweisbar. Eventuell wäre dies durch ein Kernspintogramm möglich. Anzeichen eines Hypophysenschadens durch Quecksilber ist eine extrem gesteigerte Aussonderung von Urin, häufiges Wasserlassenmüssen, auch nachts.

In den Nieren, einem kompliziertem Filterapparat zur Reinigung des Körpers, verbindet sich Quecksilber ebenfalls mit bestimmten Proteinen und kann dadurch schwere Nierenschäden verursachen. Im Extremfall kann es Nierenzellen zerstören und zu Nierenschwund führen. Quecksilber kann Proteinurie (das Vorkommen von Eiweiß im Urin), dadurch Verminderung des Bluteiweißes und Vermehrung des Cholesterols im Blut bewirken.

Eine weitere Entgiftungszentrale des Körpers ist die Leber. Das im Blutfett gelagerte Quecksilber wird in der Leber frei und verbindet sich dort mit Leberproteinen. Dies führt zu einer Störung des komplexen Leberstoffwechsels mit, je nach Vergiftungsgrad, vielfältigen Schäden. Alle Giftstoffe und Abfallprodukte, die durch die Leber ausgefiltert wurden, müssen weiter durch die Galle ausgesondert werden und gelangen dann in den Darm. Bei chronischen Vergiftungen ist daher auch die Galle betroffen. Es kann zur Bildung von Gallensteinen oder zu Mißbildungen kommen.

Der Körper entgiftet hauptsächlich über den Darm. Die Aussonderung von Quecksilber über den Stuhl ist ca. 5 - 10 mal höher als über den Urin. Kein Wunder, daß daher auch die Darmflora leidet, Darmschleimhautentzündungen entstehen können u.v.m..

Die roten Blutkörperchen haben u.a. die Aufgabe des Sauerstofftransports im Blut. Das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen ist ebenfalls ein Protein der Thiolgruppe, mit dem sich Quecksilber so leicht verbindet.

Herz und Kreislauf werden durch die Aufnahme von Quecksilberverbindungen in ihrer Aktivität gestört. Das Herz ist ein Muskel, der während der Muskelarbeit (Kontraktion/Expansion) Kaziumionen abgibt bzw. wieder aufsaugt. Diese Prozesse werden von Nervenimpulsen gesteuert. Und auch hier im Herzmuskel, wie überall im Körper, verbindet sich Quecksilber mit Proteinen, die Thiolverbindungen enthalten und diese können indirekt die Wiederaufnahme von Kalziumionen in die Muskelzellen behindern.

Werden Nervenimpulse zwischen Muskel - und Nervenzellen weitergegeben, so geschieht dies u.a. durch die Signalsubstanz Acetylcholin. Das Enzym, welches Acetylcholin aufbaut, kann ebenfalls durch Quecksilber gebunden und geschädigt werden. In der Folge kommt es zu Herzproblemen wie Herzrhythmusstörungen u.a..

Quecksilber stört nicht nur die Kalziumbalance des Herzmuskels, sondern auch die aller anderen Körpermuskeln. Zwei wichtige Proteine in den Muskeln, Myosin und Aktin, enthalten ebenfalls Thiolverbindungen. Die Regelung der An- und Entspannung der Muskeln wird gestört.

In den endokrinen Drüsen (endokrin heißt, daß die Sekretion nach innen geht) wie der Hypophyse, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Geschlechtsdrüsen werden Hormone produziert, die teilsweise ins Blut und teilweise in die Lymphflüssigkeit abgesondert werden. Die innere Sekretion dieser Hormone beeinflußt und kontrolliert fast alle Körperprozesse und wird ihrerseits von Nerven geregelt. In den endokrinen Drüsen, ganz besonders in Schilddrüse und Hypophyse, welche eine besonders große Speicherfähigkeit für Quecksilber haben, wird die Hormonproduktion durch Quecksilber empfindlich gestört, was zu Über- oder Unterproduktion einiger Hormone führt und den gesamten Hormonhaushalt durcheinander bringen kann. Die Folge können z.B. vermindertes Körperwachstum, Diabetes, Schilddrüsenvergrößerung oder herabgesetzte Fruchtbarkeit sein.

Die Anreicherung von Quecksilber in den Unterleibsorganen kann zur Verhärtung von den Geweben, zur Bildung von Zysten, Polypen u.ä. führen. Bei schwangeren Frauen überwindet Quecksilber die Placentabarriere, welche normalerweise das Kind vor schädlichen Einflüssen schützen soll. Forscher konnten im Blut eines Fötus ca. 20% höhere Quecksilberwerte messen als bei der Mutter. Das Nervensystem des Kindes kann schon vor der Geburt geschädigt werden. Bei Schafen, denen Amalgamplomben eingesetzt worden waren, fand man nicht nur im Gehirn und den Organen der Mutterschafe erhöhte Werte, sondern auch in der Hypophyse und Leber des Ungeborenen. Die Zivilisationskrankheit Amalgamvergiftung schädigt so nicht nur eine Generation, sondern die Schäden werden weitergegeben, so daß es inzwischen schon mehrere Generationen Amalgamgeschädigter gibt. Bereits vorgeschädigte Kinder reagieren später, wenn sie Amalgame in die Zähne bekommen, besonders sensibel.

Last, but not least: unser Immunsystem. Es besteht aus vielen verschiedenen Arten von Blutkörperchen, die den Körper vor schädlichen Einflüssen schützen sollen, u.a. gibt es dort die B- und die T-Lymphozyten. Die B-Lymphozyten können Antikörper bilden, mit denen ungeliebte Eindringlinge abgewehrt werden. Von den T-Lymphozyten gibt es zwei Arten, die Helfer (sie zeigen anderen Zellen im Immunsystem, welche Stoffe bekämpft werden sollen) und die Unterdrücker (welche aufpassen, daß die Antikörperbildung rechtzeitig gestoppt wird, so daß keine körpereigenen Substanzen angegriffen werden). Damit uns das Immunsystem gut schützen kann, müssen sowohl die B- und die T-Lymphozyten wie auch die Anzahl der Helfer und Unterdrücker in einem ausgewogenen Mengenverhältnis zueinander stehen. Bei gesunden Menschen beträgt das Verhältnis der T- zu den B- Lymphozyten etwa 7:3, bei Menschen mit Amalgamvergiftungen fand man häufig ein Verhältnis von 5:5, und die Zahl der Unterdrückerzellen im Vergleich zu den Helferzellen war vermindert. Dies bewirkt z.B. eine vielfältige allergische Sensibilisierung.

Die T-Lymphozyten werden in der Thymusdrüse gebildet, die B-Lymphozyten, soweit man es bisher weiß, im Knochenmark.

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